Cellulite den Garaus machen – aber wie?

Glatte Haut hat bei vielen Menschen einen hohen Stellenwert. Dieses Schönheitsideal bleibt rund 80 bis 90 Prozent aller Frauen verwehrt. Der Grund dafür ist Cellulite. Oberschenkel und Po sind am häufigsten von den unschönen Dellen betroffen. Manche Frauen haben auch Cellulite am Bauch. Weil das aussieht wie die Schale von Citrusfrüchten, spricht man auch von Orangenhaut. Doch was ist Cellulite genau? Und was kann ich dagegen tun?

Wir sprachen mit dem Physio- und Manualtherapeuten sowie Heilpraktiker Andreij Herter und Ljubomir Mladenovic, zertifizierter Experte für Radiofrequenz/Kavitation und Bodyforming durch Ultraschall.

(v. l.) Physiotherapeut Andrej Herter und Wellnesstherapeut Ljubomier Mladenowic

REDAKTION: Herr Herter, was ist Cellulite?

ANDREJ HERTER: Unter Cellulite versteht man eine in der Haut sichtbare Bildung von Dellen, die hauptsächlich an Oberarmen, Oberschenkeln, Hüften und am Gesäß auftritt. Die Cellulite entsteht durch Fettzellen im Unterhautgewebe, die vom Bindegewebe nicht mehr festgehalten werden können. In der Folge behindern aufgeblähte Fettzellen den Abfluss von Lymphe und Blut, wodurch Wasser in das umliegende Gewebe abgepresst und eingeklemmt wird. Übrigens: überschüssige Fettzellen führen auch bei schlanken, sportlichen Frauen zu Cellulite, wenn sie unter einer angeborenen Bindegewebsschwäche leiden.

REDAKTION: Ist Cellulite eine Krankheit?

ANDREJ HERTER: Nein! Cellulite ist keine Krankheit, sondern ein rein kosmetisches Problem. 

REDAKTION: Spielt die Genetik hier eine Rolle?

ANDREIJ HERTER: Cellulite ist auch genetisch bedingt. Wenn die eigene Mutter von Cellulite betroffen war, heißt das jedoch nicht automatisch, dass ich gleich stark unter Cellulite leiden muss.

REDAKTION: Herr Mladenovic, gibt es Möglichkeiten, Cellulite effektiv zu bekämpfen?

LJUBOMIR MLADENOVIC: Fettdepots, die das körperliche Gesamterscheinungsbild stören, können beispielsweise abgesaugt werden – allerdings ist dies eine sehr teure Methode, denn die Kosten liegen in der Regel zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Hierbei handelt es sich zudem – das müssen Sie bedenken – um einen chirurgischen Eingriff, oft unter Vollnarkose (Liposuktion). Meiner Meinung nach ist dies eine zu radikale und risikobehaftete Methode. Es können Infektionen, Entzündungen, Thrombosen und Vernarbungen entstehen, zudem können nach der Operation noch länger Schmerzen auftreten. Letztlich muss man je nach der Anzahl der abgesaugten Körperzonen sowie der verwendeten Narkose mit einem nicht unerheblichen Arbeitsausfall rechnen.

REDAKTION: Ist die Behandlung mit Ultraschall eine bessere Alternative?

LJUBOMIR MLADENOVIC: Oh ja. Mit einer niederfrequenten Ultraschallbehandlung (Kavitation) kann man der Cellulite effektiv und vor allem schmerzarm begegnen. Der Schall wird auf das Unterhautfettgewebe der betreffenden Körperstellen abgegeben, der die Membrane quasi „durchknetet“, so dass diese durchlässig werden. Manch einer sagt, die Fettzellen explodieren dabei regelrecht, dem ist aber nicht so (lacht). Vielmehr können die porösen Fettzellen das Fett nicht mehr halten, sie öffnen sich und das Fett fließt aus ins Zellzwischengewebe. Eine idealerweise gleich im Anschluss an die Ultraschall-Behandlung durchgeführte Lymphdrainage aktiviert das Lymphsystem, damit das ausgeflossene Körperfett über die Lymphe zu den Organen getragen und dort in natürlichen Stoffwechselvorgängen verstoffwechselt wird. 

REDAKTION: Und die Risiken?

LJUBOMIR MLADENOVIC: Die Behandlung ist an sich risikofrei. Bei Personen mit aktiven Gefäßkrankheiten oder Herzleiden, Thrombose, Leberschäden, schwerwiegenden Fettstoffwechselkrankheiten oder bei Personen, die blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen, sollte diese Behandlung nicht durchgeführt werden. Auch bei Personen, die medizinische Transplantate erhalten haben, bei Schwangerschaft und Stillzeit und Menschen mit Metallprothesen ist diese Behandlung nicht empfehlenswert.

REDAKTION: Welche Erfolge können bei der Kavitation in welchem Zeitraum sichtbar werden?

ANDREJ HERTER: Schon nach wenigen Ultraschall-Anwendungen kann sich das Bindegewebe sichtbar festigen. Jede „Problemzone“ kann im Übrigen verschieden lange beschallt werden. Doch ist es von Mensch zu Mensch unterschiedlich, wie schnell und stark die Kavitation wirkt. Aus eigener Erfahrung bei Kundinnen und Kunden von Werde Fit kann ich sagen, dass sich die Cellulite in der Bauchzone nach 3–4 Behandlungen schon deutlich reduziert und sich der Bauchumfang um 2,5 bis zu sensationellen 17,5 cm verringert hat. Aber bitte, das ist ein extrem guter Wert. In der Regel kann die Reduzierung von Cellulite und Bauchfett bei 6 Behandlung zu einem rund 4–7 cm geringeren Bauchumfang führen.

REDAKTION: Was muss man während der Behandlung dringend beachten?

ANDREJ HERTER: Ganz ehrlich: Wenn sich jemand nach der Cellulitebehandlung sofort eine Pizza reinhaut, dann wird das nicht den erwünschten Erfolg bringen. Ohne Bewegung, Sport, ausgewogene, gesunde Ess- und Trinkgewohnheiten läuft da gar nichts. Der Kopf muss mitspielen – der Wille, sich in Form zu bringen, zu 100 % vorhanden sein. So ist es absolut nicht empfehlenswert, nach der Ultraschall-Behandlung Kohlenhydrate zu sich zu nehmen – und zwar für einen Zeitraum von 12 Stunden! 3 Liter stilles, nicht sprudelndes Wasser sollten pro Tag getrunken werden, um den Abtransport von Fetten und Schadstoffen aus dem Körper zu gewährleisten. 

REDAKTION: Wie oft kann ich eine Behandlung durchführen?

ANDREJ HERTER: Also, das kann jeder Mensch selbst entscheiden. Solange Fettzellen da sind, kann man sie bekämpfen. Aber nochmals: Bewegung sorgt dafür, dass das Gewebe besser durchblutet wird, Fettzellen schrumpfen und sich deutlich weniger Schlacken bilden. Eine gesunde Ernährung ist Pflicht.

REDAKTION: Fettabsaugung oder Kavitation – was ist kostengünstiger?

ANDREJ HERTER: Eindeutig: die Kavitation! Besonders empfehlenswert ist die Kombination mit einer Ganzkörper-Lymphdrainage und Radiofrequenz-Behandlung. Am Ende liegt man meist immer noch im 3-stelligen Eurobereich, weit unter den für eine Fettabsaugung aufgerufenen Preisen.

REDAKTION: Können auch Männer Cellulite haben?

LJUBOMIR MLADENOVIC: Aber ja (schmunzelt). Allerdings: Frauen sind viel häufiger betroffen als Männer, weil sie ein schwächeres Bindegewebe haben. Männliches Bindegewebe ist netzförmig und damit fester – schließlich müssen sie nicht in der Lage sein, eine Schwangerschaft auszutragen. Fettzellen können sich bei Männern also nicht so leicht aufblähen. Doch auch Männer nutzen die Kavitation – da sind schnell mal etliche Zentimeter Bauchumfang abgebaut. Auch ein Mann will gut aussehen (lacht).

Vielen Dank für das Gespräch.

Foto: © Africa Studio/AdobeStock

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